Blackout?                            Zuviel Energie ver(sch)wendet!

Im Radio berichten sie mal wieder von Fracking und warum diese Variante an Energiegewinnung fraglich ist.

Ich höre nur halb hin, warte darauf, dass die Nachrichten vorbei sind und der nächste Song kommt.

 

Es ist Abend, ich schaue Galileo. Sie berichten gerade über Windparks. Hmm interessant, denke ich mir und lasse mich im nächsten Moment von meinem Hund ablenken.

 

Am nächsten Tag bin ich im Büro. Mir wird ein Buch in die Hand gedrückt: "Energiewende" steht drauf. Interessantes Design. Erinnert an einen Thriller. Ob das Thema mich interessiert? Muss ja, denke ich und nehme es mit nach Hause.

 

Dann fange ich an zu lesen...

Die Energiewende betrifft uns alle. Nicht nur diejenigen, die sich tagtäglich damit befassen. Angefangen bei der Lichtquelle zu Hause -Glühbirne vs. LED- bis hin zur Überlegung, welchen Stromanbieter man nutzen möchte -Atomstrom oder doch Ökostrom?

Erneuerbare Energien" ist das Stichwort. Noch vor ein paar Jahren haben wir uns nicht solche Gedanken gemacht, aber plötzlich kommt der Hype: gibt es bald den Blackout?

Atomkraftwerke werden endlich, nach jahrelangem Bestreiken dicht gemacht. Aber das war doch nicht der Grund. Schauen wir mal zurück nach Japan. Ist da nicht ein Atomkraftwerk hochgegangen? Angst. Angst vor der Auslöschung der Menschheit.

 

Okay, mal sehen. Welche Alternativen gibt es: Sonnenenergie zum Beispiel. Solarzellen und Photovoltaik-Anlagen helfen hier. Was wenn die Sonne aber mal nicht scheint? Hab ich dann keinen Strom mehr? Regelenergie wird gebraucht.

Windkraftanlagen. Dafür muss sehr viel Platz her. Felder, die für den Nahrungsanbau genutzt werden könnten, werden durch Windräder verdrängt. Aber auch der Wind weht nicht immer gleichmäßig.

Wasserkraft durch Turbinen im Meer. Die armen Meeresbewohner.

 

Fracking. Da bin ich wieder beim Radio von heute morgen. Wie war das noch gleich... Eine Bohrung in der Erde...Es werden Wasser und andere Flüssigkeiten in den Erdboden gespült, damit das Erdöl zu Tage gefördert wird. Klingt jetzt nicht so pralle.

Also doch Atomenergie? Die wäre vergleichsweise günstig. Aber eben auch total gefährlich. Diese Belastung.

Die gute alte Zeit mit der Kohleförderung.

 

Ich blättere im Buch weiter. Wirklich spannende Ansätze hat Herr Rövekamp da aufgezeigt. Ich komme ins Grübeln. Unsere Standards haben sich eben verändert, wir sind viel fortschrittlicher viel technologischer und medienversierter geworden. Durch die hohe Anzahl der Computerhaushalte alleine, benötigen wir mehr Strom, also liegt ein Blackout vielleicht wirklich gar nicht so weit entfernt. Was wenn wir mit der Energiegewinnung nicht nachkommen?

 

Das Sachbuch "Energiewende" ist eine gute Schilderung dessen, wie wir in Deutschland mit dem Thema umgehen. Mit Zahlen und Fakten unterstrichen, erfährt der Leser etwas über die aktuelle Situation und lernt die Energiepolitik kennen. Sowohl die ökologische als auch ökonomische Sicht der Dinge und die Auswirkungen auf unser Land, dessen Bürger und die Infrastruktur werden hier  genau geschildert. Fragen zum Atomausstieg werden behandelt, der sogenannte Blackout wird beschrieben und ein Konzept, wie man zukünftig damit umgehen könnte, legt der Autor dem Leser ebenfalls nahe.

Trotz des teilweise fachbuchartigen Inhalts und der kleinen Schrift, ist der Inhalt leicht verständlich und wird duruch colorierte Grafiken und Diagramme aufgelockert.

Jeder der sch für das Thema interessiert, sollte sich vielleicht diesen Ansatz mal anschauen. Der Autor weist darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine Idee, wie man es machen könnte, handelt und regt damit zum eigenen Mitdenken an.

Und, by the way, das "thrillerartige" Cover ist gut getroffen, denn allein die Zeit in der wir leben und wie wir mit der Umwelt umgehen, gleicht einem Thriller.

 

(Quelle: Energiewende, Markus Rövekamp, Edition Octopus, 14,90 €, ISBN: 978-3-956451560)

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