Problemzone Kopf

"Wo sind deine Problemzonen?", ein Satz der gleichzeitig geliebt und gehasst wird. Geliebt von den Menschen, die Ausreden für ihren Körper suchen und gehasst von den Menschen, die ihnen helfen wollen.

 

Gerade erst vor ein paar Tagen habe ich die Sendung "Schrankalarm" (VOX, Mo-Fr 14 Uhr) geguckt. Dort wollen Frauen, dass ein Team ihren Kleiderschrank mal so richtig ausmistet und ihnen hilft, sich ...

... richtig anzuziehen. Schon das alleine ist anmaßend, wenn man bedenkt, dass eine erwachsene Frau im normal-geistigen Zustand ohne körperliche Behinderungen sich nicht alleine anziehen kann, also zumindest richtig. Gibt es denn ein falsch? Kann man sich denn falsch anziehen?

Jedenfalls soll die Teilnehmerin ihren Bodytype einschätzen und sagen, was sie an ihrem Köper mag und was nicht. In der Regel wird 70% des Köpers als sogenannte Problemzone betrachtet. Die Moderatoren sind jedes Mal außer sich und mögen das Wort Problemzone überhaupt nicht.

Dabei hat jeder Mensch, egal ob Männlein oder Weiblein eine Problemzone und zwar eine gewaltige: der eigene Kopf.

Oft ist das eigene Bild des Körpers so verschoben, dass man nur noch an sich rummäkelt. Schuld sind die, die sich als Körper-Vorbilder behaften. Man schaue sich nur in Film und Fernsehn um. Doch wer glaubt, dass all die Models und Schauspieler sich selbst perfekt finden, der ist auf dem Holzweg.

Manchmal ist die eigene Körperwahrnehmung so schlecht, dass man gar nicht mehr erkennt, welche Vorzüge man eigentlich hat und diese dann unter schlimmer Kleidung versteckt.

Hier kommt das Team von "Schrankalarm" wieder zum Einsatz.

Was mich in der einen Folge besonders geprägt hat, war eine junge Frau meines Alters, welche meinte zu klein, zu dick und ohne Po und Oberweite zu sein. Sie hatte ein sehr hübsches Gesicht, welches sie auch noch hinter meterlangen Schals versteckte. Als die Stylisten davon Wind bekamen sagten sie ihr ins Gesicht: "Wir nehmen das Wort 'Problemzone' nicht gerne in den Mund, aber diesmal werden wir diese absichtlich als Problemzone bezeichnen. Deine Problemzone ist dein Kopf!"

Das gab mir wiederum den Anlass diesen Artikel zu schreiben, denn es stimmt. Anstatt nur zu sehen, was uns nicht gefällt, sollten wir anfangen das herauszuarbeiten, was wir an uns mögen. Jeder Körper ist anders und dadurch sieht eben auch nicht jeder gleich aus. Nur wer hat zu entscheiden, was der perfekte Körper ist? Etwa die Gesellschaft?

Es ist okay, wenn man mal unzufrieden mit sich ist, das spornt einen auch an, besser zu werden. Zu dem bin ich der Meinung, wenn man an sich rummäkelt und man ständig drüber schimpft, sollte man auf jeden Fall etwas daran ändern und was tun, denn von alleine wird nichts besser.

Gleichwohl Männer ebenso unzufrieden mit ihrem Körper sein können, geht das männliche Geschlecht doch deutlich gelassener mit dem Thema um. Und Frauen kommt es häufig darauf an, wie wir für andere aussehen. Dabei ist der stille Krieg unter Artgenossinen nicht zu verachten. Aber in aller Regel versuchen wir für den Mann ideal auszusehen. Dabei ist es wissenschaftlich belegt, dass die Herren auf weniger Details achten wie wir. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie bei uns gar nicht so genau hinschauen. Sie denken sich: " Okay, sie hat einen Po, Titten, ein netten Gesicht. Passt!" Ob man nun einen Monsterbusen hat oder einen Flacharsch, ist zweitrangig. Natürlich ist jeder Kerl anders gestrickt und hat sein persönliches Beuteschema, aber grundsätzlich behaupte ich mal, dass Männer eher Frauen mit Kurven bevorzugen, als ein Model mit Magermaßen.

Deswegen appeliere ich an jeden da draußen: Schaltet nächstes Mal euren Verstand ein, bevor ihr wieder nackig vorm Spiegel steht und anfangt, euch runterzuziehen. Schaut euch mal die Stellen an, die euch gefallen, überlegt, wie ihr sie positiv zu Geltung bringen könnt und bedankt euch fleißig für die Komplimente die ihr dann erntet.

 

Und wo sind nun deine Problemzonen?

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Kommentare: 1
  • #1

    Maik (Samstag, 26 März 2016 11:06)

    Es gilt die alte Regel: Frauen müssen hübsch sein. Männer nicht unbedingt, schließlich haben wir das Geld und kaufen Euch direkt/indirekt.