So stell' ich mir den Himmel vor

Der Tod ist ein ernstes Thema, zumindest für die Meisten unter uns. Wir verbinden den Tod mit Trauer, Verlust und Schmerz. Andere widerum mit Erlösung. Tot sein bedeutet Ende. Das Leben ist nicht unendlich, doch wer kann dies wirklich sagen?

 

Kaum einer ist von den Toten bisher wieder auferstanden, noch weniger könnten sagen, ob es ein Leben nach dem Tode gibt.

 

Für jede Kultur, für jede Religion ist der Tod oder auch das Leben nach dem Tod anders. Die einen sagen, nach dem Tod gäbe es gar nichts, die nächsten reden vom Paradies, andere vom Himmel, wieder jemand vom Fegefeuer. Gibt es eine Seele, gibt es Reinkanation?

 

Auch ich habe mir bereits mehr als einmal diese Frage gestellt und mich schon umgehend mit dem Thema Tod auseinander gesetzt, nicht zuletzt weil ich schon in jungen Jahren die Erfahrung eines schweren Verlustes machen musste. Auch die Angst vor dem Tod beschäftigt mich sehr.

Um mir meine eigene Angst zu nehmen, habe ich mir persönlich ein Bild aufgebaut, welches mit die Kraft gibt zu Leben und zwar in vollen Zügen. Das nachfolgende Buch hat unweigerlich damit zu tun.

 

In meiner Ausbildung als Buchhändlerin hatte ich damals das Glück an Leseexemplare zu kommen. Das heißt, ich konnte Bücher schon vor der Veröffentlichung lesen. So war es auch bei "Die besten zehn Tage meines Lebens". Da das Buch 2008 erschienen ist, habe ich es wohl um den Zeitraum gelesen und es ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher, denn es kommt meiner schönen Vorstellung, wie das "Leben" nach dem Tod aussehen könnte, sehr nahe.

 

Über das Buch:

Alex ist 29 Jahre alt und hat einen Autounfall bei dem sie stirbt. Sie kommt in den siebten Himmel und ist außer sich vor Freude.

Es ist das reinste Paradies. Dort gibt es alles was das Herz begehrt, ob das Traumhaus, das Traumauto, den Traumkleiderschrank oder sogar den Traummann. Und sie kann ihre vorher Verstorbenen dort wiedersehen, wie zum Beispiel ihre Großeltern.

Doch Alex wird ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn sie muss erst beweisen, dass sie nach ihrem kurzem Leben es verdient hat in diesem Paradies zu leben. Der Schutzengel Deborah gibt ihr als Aufgabe einen Aufsatz darüber zu schreiben, welche die besten 10 Tage in ihrem Leben waren. Da Alex Leben aber hauptsächlich aus Party und Designerklamotten bestanden hat, ist es keine leichte Aufgabe für sie .

Sollte sie es jedoch nicht schaffen diesen Aufsatz überzeugend zu schreiben, wird sie in einen der anderen Himmelebenen bleiben müssen.

So ist der erste Himmel vergleichbar mit der Hölle, der dritte mit einem ärmlichen Leben, im fünften Himmel musst du hart arbeiten, um dir alles zu leisten.

Also beginnt Alex über ihr Leben nachzudenken, über die Menschen, die sie begleitet haben, die Jobs die sie hatte, die Situationen die ihr begegnet sind, über Gutes und Schlechtes.

 

Mein Gefühl:

Im Laufe des Romans erfährt man einiges über die Protagonistin, wie sie gelebt und geliebt hat und wie sie die Situationen durchlebt hat. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hat man das Gefühl, die Stimme von Alex im Ohr zu haben, wenn sie ihren Aufsatz schreibt.

Die Idee eine Liste zu schreiben, über die schönsten Tage im Leben, finde ich sehr gut. Sie hilft einem dabei, dankbar zu sein für die schönen Momente und, dass nicht immer alles schlecht im Leben ist. Aber eben auch die eigenen Fehler mal klar zu überdenken.

Auch die Beschreibung der sieben Himmelsebenen finde ich klasse. Warum sollte es nur Himmel und Hölle geben, wenn es je nach Bedarf den passenden Himmel gibt. Mal angenommen, man wüsste es vorher, würde man sich im Leben dann nicht schon anstrengen, ein guter Mensch zu sein?

 

Fazit:

Ich kann nichts anderes sagen, als das man dieses Buch lesen sollte. Ohne riesengroßen Kitsch und mit einer gewissen Portion Rührung ist es ein Roman der sich leicht lesen lässt. Mich hat er zum Nachdenken angeregt und mir ein gutes Gefühl gegeben.

 

(Quelle: Die zehn besten Tage meines Lebens, Adena Halpern, Heyne, 9,99 €, ISBN: 978-3-453405639)

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