...Histaminintolerante

Name: Laura

 

Auf meiner Suche nach spannenden Geschichten, großen Abenteuern, bewegenden Momenten oder auch spezielle Krankheiten bin ich auf Laura gestoßen. Mit ihrem Blog Feenstaub schreibt sie schon seit Jahren erfolgreich über Mode und Schönheit. Das junge Mädchen, welches gerade erst ihr Abitur gemeistert hat, mit diesem feenhaften Aussehen, den langen Haaren und dem super Geschmack für Mode sieht man es gar nicht an, dass auch sie ein Geheimnis birgt.

Diese fast perfekte junge Frau leidet an einer seltenen Art von Nahrungsmittelallergie. Sie nennt sich Histaminintoleranz kurz auch HIT genannt.

HIT ist eine Art Stoffwechselstörung, die bei einer bestimmten Nahrungsmittelaufnahme zur Allergie, Nahrungsmittelvergiftung oder zu Erkältungssymptomen führen kann. Zumindest ist es vergleichbar.

Laura wusste schon lange, dass irgendetwas nicht mit ihrem Körper stimmt. Seit dem fünften Lebensjahr litt sie immer häufiger an Nebenwirkungen, wenn sie bestimmte Dinge aß. Doch erst mit circa 14 Jahren wagte sie den Gang zum Heilpraktiker, welcher die Vermutung anhand der Konstellation ihrer Augenfarbe äußerte. Die
Diagnose wurde dann durch eine Stuhlprobe und deren Auswertung im Labor bestätigt.

Da Histaminintoleranz auch vererbar sein kann, liegt es bei Laura wahrscheinlich im Erbgut.

Doch wichtiger für sie ist es mit der Krankheit zu leben und vernünftig damit umzugehen. Hungern ist da keine Lösung. Auch meine Frage hin, wie sie täglich mit dieser Situation umgehe, antwortete sie:

 

"Teilweise sehr eingeschränkt. Im Grunde habe ich mich damit abgefunden, dass ich nicht immer das Essen kann worauf ich Lust habe bzw. dass ich mir der Konsequenzen bewusst sein muss. Jedoch ist es wirklich schwierig
auswärts zu Essen bzw. müssen Freunde oft Rücksicht nehmen, was ich oftmals nicht möchte, da ich es nicht mag, wenn man sich nach mir richten muss."

 

Als ich das hörte musste ich sofort an meine eigenen Probleme mit Lebensmittel denken. Auch ich vertrage diverse Lebensmittel nicht, Restaurantbesuche werden schwierig und die ständigen Fragen von Freunden, was man denn essen darf, wenn man eingeladen ist, sind auf die Dauer schon anstrengend. Man möchte einfach niemanden Umstände machen. Im Gegensatz zu Laura gibt es jedoch bei mir keine genauen medizinischen Diagnosen und so lebe ich mit dem was ich eben weiß.

 

Aber zurück zu Laura und HIT.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs mit der Bloggerin von Feenstaub wurde klar, dass eine solche langjährige Unverträglichkeit Spuren hinterlässt. Nicht nur körperlich sondern auch seelisch. So erklärt sie mir, dass sie früher oft traurig war. Nicht nur Schmerzen und Müdigkeit bestimmen ihren Alltag sondern auch welchselhafte Launen und Gemütswankungen. Dass das einen runterzieht ist verständlich. Hut ab, dass sie dennoch nach außen hin so ein fröhlicher Mensch ist.

Ich begleite Laura schon länger regelmäßig auf Instagram, wo sie stehts in die Kamera lächelt. Nie hätte ich gedacht, dass dort Traurigkeit herrscht.

Die Schwierigkeit ist das Unterbinden der Beschwerden, da die Schulmedizin noch nicht soweit auf dem Stand ist diese Krankheit einzudämmen. Laut SIGHI ist eine stressfreie Lebensweise und eine medikamentöse Behandlung möglich, die durch Präperate und abgestimmt auf die jeweilige Person funktioniert. Aber schon allein diese Behandlung bzw. das Erkennen der "korrekten Mische" stellt für viele eine Barriere dar.

Ich habe die Abiturientin auch nach den Vor- und Nachteilen der Krankheit gefragt und das kam dabei raus:

 

Vorteil:

"Es fällt einem nicht allzu schwer auf tierische Erzeugnisse zu verzichten, da man sie im Grunde eh zu meiden hat."


Nachteil:

"Die Nebenwirkungen sind gravierend und die Lebensmittel, welche man zu meiden hat wechseln oft. Was man den einen Tag verträgt, kann am anderen Tag schon Gift sein."

 

Wenn man das so hört, dann findet man es auch als nicht Betroffener schrecklich. Man weiß im Endeffekt nie, was auf einen zu kommt. Laura selbst hat sich lange mit dem Thema HIT beschäftigt und findet es schlimm, wie viele Menschen scheinbar diese Unverträglichkeit mit sich herumschleppen ohne sich dessen bewusst zu sein. Auch sie wusste viele Jahre nicht was sie plagt, lief von einem Arzt zum Anderen und wurde immer wieder
als gesund eingestuft, obwohl dem nicht so war.

Deshalb rät sie allen, die oft über Müdigkeit, launische Phasen, Glieder-, Bauch,- und Kopfschmerzen klagen, sich auf Histaminintoleranz testen zu lassen oder sich vor erst einmal im Internet darüber zu belesen.

 

Und obwohl ich selbst vorher noch nie von HIT gehört habe, kam es, dass ich innerhalb von zwei Tagen, zwei Leute kennengelernt habe, die eine Unverträglichkeit auf Histamin haben und eine davon ist Laura, der ich alles Gute wünsche und trotzdem den Genuss am Leben.

 

Lauras Message an Histaminintolerante: Es ist schlimm, doch es lässt sich damit leben.

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