...Prepper

Name: Anneliese

 

Wenn man Anneliese fragt, wie sie das bezeichnet, für was sie sich hält, dann wäre es ALLROUND TALENT. Denn Anneliese ist Prepperin, macht Handarbeiten, lebt nachhaltig. Als Selbstversorgerin hat sie gelernt viele Dinge selbst herzustellen oder einzukochen. So hat sie sich beigebracht natürliche Garne und Wolle selbst zu spinnen, zu färben und diese später zu verarbeiten. Sie näht, häkelt, strickt.

Sie ist in einem Dorf aufgewachsen, lebte in einem Haus mit Vorratskeller und die Bauern in der Umgebung versorgten die Familie mit Milch, Eiern und Fleisch. Gemüse wurde im hauseigenen Garten herangezogen.

Durch das große Interesse an alternativen Heilmethoden versuchte die Familie viele Krankheiten mit Kräutern zu behandeln, dies meist erfolgreich.

Dadurch, dass es früher im Dorf üblich war, nur einmal im Jahr Fleisch einzukaufen, nämlich dann, wenn im Herbst Schlachtzeit war, bereitete die Familie dann Suppen, gepökelte Schweinshaxen oder Schmalz zu, welche dann portionsweise eingefroren wurden. Kleintiere wie Hühner wurden bei Bedarf selbst geschlachtet.

Daher war es für Anneliese naheliegend, später ähnlich zu handeln, wenn sie eine Familie hat.

Nun lebt sie zwar in der Stadt und nicht auf einem Bauernhof, doch das Interesse an Handarbeiten, Vorratshaltung und Selbstversorgung ist bis heute so stark, dass es ihr Leben positiv beeinflusst.

 

"Für mich ist es normal, einen Vorrat zu haben, mich in der Natur zu bewegen und davon zu bedienen und vieles selbst herzustellen. Ich kenne es nicht anders, so dass ich das heute genauso mache.", sagt sie dazu.

 

Die Prepperin hat aber noch einen weiteren Vorteil davon, Lebensmittel selbst zu machen und einzukochen. Seit einiger Zeit leidet sie unter einer Gluten- und Laktoseintoleranz, die ihr den Genuss von verschiedenen Lebensmitteln schwer macht. Das Bevorraten verschafft ihr eine gewisse Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme. Außerdem hat sie dadurch gelernt ihren Blick zu erweitern, etwas vorsichtiger im Umgang mit Nahrungsmitteln zu sein.

Denn: "Wenn Fleisch weniger kostet als Hundefutter, dann ist es kein gutes Fleisch.", so die Meinung von Anneliese.

 

Doch Anneliese gibt nicht nur für sich selbst zu bedenken, dass man auf eine gewisse VORSORGE achten sollte. Gerade in der heutigen Zeit, der politischen und internationalen Situation auf der Welt, ist es sinnvoll darüber nachzudenken sich einen Vorrat anzulegen, so Anneliese.

Sie erklärt mir auch, dass das Amt für Katastrophenschutz jedem Bürger empfiehlt, einen Notvorrat von zwei Wochen anzulegen. Es sagt ganz klar, dass die Vorräte des Landes einfach nicht reichen werden. Es ist gut, wenn man darauf vorbereitet ist. Selbermachen ist aber auch in vielen Dingen billiger, ökologischer, gesünder und schöner. Eine gestrickte Socke kann man einfach flicken. Eine gekaufte leider nicht.

 

Daher ist auch die Aneignung von verschiednen Handarbeiten zur Herstellung eigener Kleidung nicht verkehrt.

Hier muss auch ich Anneliese zustimmen. Schon allein der Nachhaltigkeitsfaktor ist ein großer Punkt, wenn man zum Beispiel gebrauchte Kleidung UPCYCLEN kann. Außerdem fördert es die Kreativität. So habe ich mir zum Beispiel das Nähen mit der Maschine beigebracht.

 

Ich habe Anneliese außerdem gefragt, welche Vor- und Nachteile sie beim Thema Preppen und Selbstversorgung sieht und das sind ihre Antworten:

 

Vorteile:

"Ich habe auch im Winter frisches Bio Obst ohne, dass ich dafür mehr zahlen muss und kann mir meine Wolle, mein Garn und meinen Stoff selber herstellen. Es erfüllt einen mit Stolz, das eigens hergestellte Kleidungsstück zu tragen."

Nachteile:

"Man ist sehr einsam, weil die Menschen einen für verrückt halten."

 

Ich war sehr überrascht diese Antwort von dem Allround-Talent zu hören. Warum sollte man verrückt sein, nur weil man sich mit Nachhaltigkeit und Umwelt beschäftigt? Das gab mir auch zu denken. Klar, das Thema PREPPEN wird von jedem anders gesehen. Während es in Amerika schon fast zum Alltag gehört und sich bei einigen dort zur Manie entwickelt hat, ist es hier in Deutschland eher eine Randgruppe, die sich damit beschäftigt. Erst vor kurzen gab es dazu einige interessante Beiträge auf PRO 7 von Galileo.

Auch die Umwelt sollte jeden interessieren, denn wir leben immerhin mitten drin.

Anneliese hingegen macht es schon genau richtig, sie klärt über mögliche Situationen auf und versucht selbst ein Leben ohne Einschränkungen, aber mit einem "grünen Daumen" zu führen und schon allein dafür hat sie einen Orden verdient.

 

Annelieses Message an alle Prepper: Siehst du jemanden der sich mit Einkochen, Bevorratung, Selbstversorgung und Handarbeiten beschäftigt, dann stell dich mit ihm gut. In einer Krisenzeit kannst du von seinem Wissen profitieren.

Ihr habt auch was zu berichten, wollt euren eigenen Erfahrungsbericht zu verschiedenen Themen bereitstellen?

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