...Alleinerziehende

Name: Delphina

 

Die Mama kümmert sich liebevoll um ihr Baby, sorgt dafür, dass es gleich beruhigt schlafen kann. Der Vater dreht sich um, geht, will nichts von seiner Familie wissen.

Laut statistischem Bundesamt leben etwa 20% der Minderjährigen in einem Haushalt mit nur einem Elternteil.

Auch Delphina ist seit kurzem alleinsorgende Mutter, weil der Kindesvater sich aus der Affäre zieht.

Als ich Delphinas Geschichte höre bin ich erstmal sprachlos. Sprachlos weil ich einfach nicht begreifen kann, wie man einen so süßen kleinen Zwerg wie Matejo nicht lieben kann. Während sie mir ihre Geschichte erzählt schaut der kleine achtmonate alte Junge mich mit großen Augen an und quiekt vergnügt, wenn ich mein Späßchen mit ihm mache.

 

Delphina wurde unverhofft schwanger. Sie war ungebunden und hatte Sex mit einem Freund, den sie schon länger kannte und zu dem sie ein gutes Verhältnis hatte. Vertrauen in ein eher unsicheres Verhütungsmittel wurde den beiden dann zum Verhängnis. Nach einiger Zeit blieb ihre Periode aus, die bis dato immer "pünktlich wie die Maurer" kam, erzählt sie mir. Dann machte sie einen Schwangerschaftstest, der ihr dann die Vermutung bestätigte. Im selben Moment war ihr klar, dass sie alleinerziehend sein würde, wenn der Kleine erstmal auf der Welt war. Während der Schwangerschaft war es für sie schon ziemlich schwer, weil der Erzeuger ihres Babys nämlich nichts davon wissen wollte. Und auch nach der Geburt, stand sie quasi alleine da. Wenn sie nicht eine großartige Familie hinter ihr stehen hätte, die sie so wunderbar unterstützt, wäre sie schon oft an ihre Grenzen gestoßen.

 

"Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich der Vater meines Kindes tatsächlich so aus der Affäre ziehen würde."

 

Denn so hatte sie sich ihr Leben natürlich nicht ausgemalt. Ihre erste Schwangerschaft hatte sie sich anders vorgestellt, bzw. ihr Leben sollte anders laufen. Sie wollte heiraten, ein Haus kaufen und mit dem Mann ihres Lebens ein Baby aus Liebe zeugen.

Die Schwangerschaft hat sie quasi allein durchlebt, manchmal hat da schon ein Mann an ihrer Seite gefehlt, der sich mit ihr freut, der ihren größer werdenden Babybauch streichelt und mit dem Baby schon im Bauch spricht, berichtet sie mir weiter.

Vor allem zu Anfang war es für Delphina ziemlich hart, weil sie aufgrund ihres Berufes sofort aufhören musste zu arbeiten. Sie wurde förmlich aus dem normalen Alltag geschubst und musste dann damit klar kommen.

 

"Was macht man den ganzen Tag alleine? Abends kommt niemand nach Hause, der sich mit dir auf die Couch setzt und kuschelt oder quatscht."

 

Wenn ich Delphina so anschaue, eine aufgeschlossene humorvolle Frau, stelle ich fest, dass sie auch äußerlich in einer guten Form ist. Sie erklärt mit, dass die Schwangerschaft körperlich relativ spurlos an ihr vorbei gegangen ist. Keine Dehnungsstreifen oder Risse in der Haut und auch ihre alte Figur hat sie recht schnell wieder bekommen. Das Einzige was den Rest ihres Lebens bleiben wird, ist die Narbe vom Kaiserschnitt.
Ich frage Delphina auch nach den Vorteilen, wenn man selbstbestimmt entscheiden kann, was mit sich und dem Kind passiert. Dazu sagt sie:

 

"Ein großer Vorteil ist, dass ich alles selbst und alleine entscheiden kann, was mein Kind betrifft. Auch in der Schwangerschaft konnte ich alles selbst entscheiden. Zum Beispiel konnte ich bestimmen, wo die Geburt statt finden sollte. Kein ängstlicher Papa hat mir da reingeredet. Dazu muss man sagen, dass ich gerne eine Hausgeburt gehabt hätte. Und auch jetzt, konnte ich alle Dinge selbst entscheiden, beispielsweise was das Impfen des Kindes angeht. Zudem habe ich das Gefühl, dass mich die ganze Situation hat reifen lassen und mich im Grunde hat stärker werden lassen."

 

 

Inzwischen ist Matejo fast 8 Monate alt und einen groben Rhythmus hat das Mutter-Kind-Gespann schon was Essens- und Schlafenszeiten angeht. Die beiden sind viel bei ihren Eltern, da sie sich in ihrer eigenen Wohnung oft sehr einsam fühlt, auch wenn sie mit Söhnchen Matejo eigentlich zu zweit sind. Bei den Eltern sind beide immer herzlich willkommen, Delphinas altes Kinderzimmer steht ihr und ihrem Sohn jederzeit zur Verfügung. Sie findet es schön, dass ihr Kleiner momentan in einem Mehrgenerationenhaushalt aufwächst. So ist niemand allein und auch das Baby fühlt sich umringt von der ganzen Familie wirklich pudelwohl. Und wenn sie doch mal alleine sein will, kann sie immer noch in ihre eigene Wohnung fahren.

 

Ich bin froh, dass Delphina mir gegenüber so aufgeschlossen ist und mir ihr Erlebnis erzählt hat. Genauso wie sie, bin ich mir sicher, dass sie irgendwann das passende Gegenstück für beide finden wird. 

 

"So lange uns dieser Mensch noch nicht über den Weg gelaufen ist, haben wir zwei uns und eine starke und stützende Familie im Rücken." Und dafür kann sie sehr dankbar sein.

 

 

Delphinas Message an alle Alleinerziehenden:

Auch wenn Situationen manchmal ausweglos erscheinen, gibt es doch irgendwo immer etwas Positives und daran sollte man festhalten. Am Ende wird alles gut. Und ist nicht alles gut, dann ist es auch noch nicht das Ende!

 

 

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