...Life-Coach

Name: Daniela

 

Vor mir sitzt eine taffe, selbstbewusste Frau mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Der leichte Akzent verrät mir, dass sie aus dem schwäbischen kommt.  Gelassen schaut sich mich an, in Erwartung meiner Fragen. Mit ihren Blogs Daniela Christ, der sich um Coaching und Zielorientierung dreht und ihrem Blog Alleinerziehend mit Handicap-Kind hat sie sich zwei Plattformen geschaffen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu schaffen haben, aber es den einen ohne den anderen nicht geben würde.

Das Interview:

 

Sarah von Fashion-Library: Liebe Daniela, schön, dass du da bist. Du bist ja so ne Art Life-Coach. Wie würdest du denn deine Situation in einem Wort beschreiben?

Daniela: Zielorientiert

 

Sarah: Woran hast du gemerkt, dass du etwas verändern möchtest?

Daniela: Ich war unzufrieden mit meinem Leben und mir. Mir wurde bewusst, dass ich zwar jeden Tag viele Aufgaben für meine Kinder oder die Behörden regle, aber keine sinnvolle Aufgabe für mich darin sah. Als meine Kinder noch klein waren, habe ich deren Aufgaben gerne übernommen, nur der Ausgleich für mich hat gefehlt. Mir ist klar geworden, dass es auch ein Leben nach der Erziehungs- und der Pflegezeit gibt. Dazu muss ich sagen, dass meine älteste Tocher seit ihrem sechsten Lebensjahr eine Behinderung hat. Ich hatte einfach das Gefühl in einem Hamsterrad zu laufen und spürte eine tiefe Sehnsuch nach etwas, das ich nur lange nicht in Worte ausdrücken konnte.

 

Sarah: Ja das verstehe ich. Es ist ja immer so, wenn man plötzlich in einer Rolle ist, in der man sich ursprünglich nicht gesehen hat, sich dann einfinden muss. Manchmal klappt es wunderbar, manchmal fehlt einem etwas, so wie bei dir. Wie lange befindest du dich denn nun in der Phase?

Daniela: Seit nunmehr 18 Jahren. Es kam mit der Erkrankung meiner ältesten Tochter.

 

Sarah: Und wie merktest du dann, dass du tatsächlich was ändern musstest und diesen Job zu wählen?

Daniela: Plötzlich musste ich mich damit beschäftigen, wie das Leben meiner Tochter und meiner anderen Kinder sowie mein eigenes Leben weitergehen sollte. Ich fing an Kurse zu besuchen, spezielle Bücher zu lesen und zu Seminaren zu gehen. Dort lernte ich, wie ich mir meine Arbeit konkret vorstellen kann. Da ich meine Familie nicht von anderen betreuen lassen wollte, habe ich mir eine Arbeit erschaffen, die es mir ermöglicht für meine Kinder da zu sein. Ich gebe zum Beispiel Online Kurse und Coachings. Damit kann ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen.

 

Sarah: Ich finde es ja bewundernswert, wenn jemand diesen Schritt geht. Toll, dass du es geschafft hast. Du scheinst ja selbst, wie du sagst "zielorientiert" zu sein. Gibt es denn Punkte, auf die du täglich achtest, um auch wirklich so zielstrebig zu bleiben?

Daniela: Ja durchaus. Dazu gehören, Entspannung, Dinge aktiv umsetzen, den Fokus auf mich und meine Interessen legen, achtsam sein, lebensfroh und voller Neugierde sein, Neues auszuprobieren, bewusst zu leben und vor allem die Stärken eines jeden Familienmitglieds in den Alltag einzusetzen.

 

Sarah: Wow, das ist einiges. Aber sag mal Daniela, 18 Jahre sind ja eine lange Zeit und es hört sich alles richtig und vor allem gut an. Aber gab es auch Zeiten, die nicht so toll waren?

Daniela: Natürlich und leider. Ich hatte innerhalb der letzten 10 Jahre zweimal ein Burnout, weil ich mit zu viele parallele Belastungen aufgehalst habe. Wenn ich mir zuviele Dinge auf einmal vornehme, komme ich einfach langsamer voran. Deshalb braucht es die ständige Selbstdisziplin, die ich Auge behalten muss. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend.

 

Sarah: Klingt, als ob du nicht so ungezwungen leben kannst, wie andere. Kann man denn dann anderen damit was Positives vermitteln?

Daniela: Aber natürlich und darum geht es ja auch. Der Vorteil an der Zielorientierung, in dem Wissen, was man möchte und damit auch als Coach anderen zu helfen ist nicht nur in einem Wert zu begründen. Man bekommt mehr Klarheit im Leben, erkennt seine eigene Kraft, ist voller Tatendrang und schafft so seine eigenen Ideen besser umzusetzen. Außerdem hat es mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gestärkt, wenn ich gemerkt habe, anderen mit meinen Tipps weiterzuhelfen. Mein persönlicher Vorteil des Ganzen ist, dass ich einfach offen war Neues auszuprobieren. Nur so sind mein Blog, der Podcast , die Webinare und die Coachings entstanden.

Meine Lebensgeschichte ist für mich die Chance es jeden Tag besser zu machen, im Umgang mit mir, meinen Kindern, meiner Arbeit, meinen Mitmenschen. Ich möchte mich klar abgrenzen von Menschen, die Erwartungen haben, was ich tun sollte oder wie ich zu sein habe.

 

Sarah: Hast du denn irgendwelche Vorbilder oder Idole nach denen du strebst?

Daniela: Für mich ist Maria Montessori ein großes Vorbild. Sie hat den Satz "Hilf mir es selbst zu tun." geprägt. Das hat mich in den vergangenen Jahren inspiriert jeden Tag weiter zu machen. Dadurch fällt es mir auch leichter, mich in meinem eigenen Tun zu bestärken und anderen Menschen mit meiner Arbeit zu unterstützen. Als Coach helfe ich den Personen, klar für sich selbst zu werden, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und zu respektieren.

 

Sarah: Das hört sich alles sehr spannend an. Ich danke dir für deine ausführlichen Antworten und wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinen Zielen und in deinem Job als Coach.

 

Danielas Message als Coach:

Es ist wichtig abschalten und entspannen zu können, gerade wenn man innerhalb einer der eigene Familie jemand Pflegebedürftigen hat. Dann muss man sich auch mit den Dingen beschäftigen, die einem selbst wichtig und heilig sind. Nur so kann man den Fokus wieder langsam auf sich selbst richten. Es muss einem auch selbst gut gehen.

 

 

 

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