Buch oder Buchse?

Wenn es das Internet und dessen Wichtigkeit nicht gäbe, würde ich diesen Blog gar nicht schreiben und ihr diesen Beitrag gar nicht lesen.

Dennoch, die digitalen Medien haben inzwischen Überhand genommen. Die Gesellschaft besteht aus Zombies, die sich an den Informationen der Netze laben.

Als ich vor 10 Jahren meine Ausbildung zur Buchhändlerin anfing, frage mich mein damaliger Chef im Bewerbungsgespräch, ob ich glaube, dass das E-Book eines Tages das normale Buch in gedruckter Form verdrängen würde. Meine Antwort darauf war ganz klar "NEIN!"

Damals kam das E-Book so wie wir es heute kennen, zum ersten Mal überhaupt zu Sprache. E-Book-Reader gab es noch nicht wie Sand am Meer, auch Smartphones waren vor 10 Jahren noch nicht auf dem heutigen Stand.

Handlung oder Handy?

Heute gibt es fast in jedem Haushalt einen PC und es gibt mehr Handys als Einwohner.

Der Zugriff auf gewünschte Inhalte ist eben schneller, wenn man mal kurz ins Internet geht, Mr. Google fragt und auf Anhieb findet, was man sucht. Das Mobiltelefon kann inzwischen durch Ansprechen die gewünschte Suche im Internet übernehmen. Tasten drücken ist überbewertet.

Wie war das damals eigentlich, als man noch die Brockhaus-Sammlung zu Hause stehen hatte oder das Lexikon zur Hand nahm, wenn man wissen wollte was dies oder jenes bedeutet? Zu meiner Schulzeit war es schon eine Revolution, dass man die Enzyklopädie auf CD-ROM nutzen konnten, wenn man etwas wissen wollte. Heute gibt es Wikipedia.

Notizen oder Notebook?

Überhaupt. Wie lernen Kinder heute eigentlich? Inwischen bieten viele Schulen sogenannte Laptop-Klassen an. Schiefertafeln waren gestern. Kladden - was ist das? Heute wird alles auf dem Notebook oder dem i-Pad getippt, geschrieben, gezeichnet, dargestellt. Die Recherche passiert digital. Werden die Kinder dadurch faul und doof?

Klar, der Vorteil ist, man kann in kurzer Zeit mehr schaffen. Ob es darum geht, mal eben einen Text zu schreiben oder eine Matheaufgabe zu lösen. Mit den Funktionen eines Computers ist man zügiger. Aber es hat mir und auch vielen anderen nicht geschadet mal einen Stift in die Hand zu nehmen, ein Buch zu lesen und seinen Grips anzustrengen. Schon durch das gleichzeitige Schreiben und Lesen seines eigenen Textes wird das Hirn gefördert.

Dennoch bin ich dankbar, dass ich meinen Laptop habe. Die unzähligen Wörter, die ich bereits für diesen Blog geschrieben habe, hätte ich nicht so einfach mit der Hand schreiben können. Wie schnell hätte mir mein Handgelenk geschmerzt.

Oldschool oder OmG?

Das immer stärkere Fehlen von Büchern im Allgemeinen und explizit in Schulen hat nur den Vorteil, nicht kiloschwere Gewichte mit sich herumschleppen zu müssen.

Aber mal ganz abgesehen davon. Wer noch nie in einer Bibliothek war oder in einer Buchhandlung weiß nicht um den tollen Geruch von Büchern, von der Schönheit der Exemplare und dem Gefühl sie in den Händen zu halten.

Bücher sterben nicht aus. Sie sind ein Kulturgut. Sie sind wichtig. So wichtig, dass sie schon verbrannt wurden oder verboten werden. Sie sind so wichtig, dass manch eine Ausgabe jeder haben will oder sie in Archiven geschützt werden, in Antiquariaten unerschwinglich sind. Bücher können nicht einfach gelöscht werden. Das gedruckte Wort bleibt. Lesen bildet. Worte beflügeln. Geschichten bringen den Menschen ins Träumen, lassen einen in eine andere Welt abtauchen. Klar auch E-Book-Reader können die Inhalte von Büchern darstellen, aber deren Verweigerer bin ich.

Wohl gemerkt, hier spricht ein Büchernarr, aber es hat weiß Gott noch niemanden geschadet zu lesen. Manche haben einfach keinen Bock dazu.

Lassen oder Lesen?

In einer Welt voller Handys und Computer sollte man nicht vergessen im hier und jetzt zu leben. Einfach mal das Handy weglassen und den Spaziergang genießen. Einfach mal den Freunden bei Gesprächen in die Augen schauen, anstatt die Whats App zu beantworten. Einfach mal die Umgebung wahrnehmen.

Wenn mich jemand fragt, ob ich mein Handy oder meine Bücher abgeben würde, würde ich mich immer dafür entscheiden meine Bücher zu behalten. Denn das Handy bzw. die Inhalte vergehen, sind nicht auf Dauer. Sie bringen Frust und Freude.

Bücher bleiben, haben einen Mehrwert und sehen gut aus.

"Lest mehr Bücher!" Das ist meine Message.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Sebastian Friedrich (Mittwoch, 24 August 2016 22:29)

    Tolles Thema!! Passt Perfekt zum ersten Schultag finde ich ;) Denn früher war der erste Schultag / die Einschulung der Kinder was besonderes. Wenn sie das erste mal die Bibliothek sahen!!! Wie viele Bücher es da gab!! Und viele dieser damaligen Kinder liehen sich Berge von Büchern aus, wollten unbedingt die Fantasy / Horror/ oder LiebesRomanReihe ausleihen wie zb. Harry Potter , Gänsehaut , Hanni und Nani, Emil und die Detektive und und und!! Ja und oft war es so, das das gleiche Buch was so besonders war schon wieder ausgeliehen wurde und man wartete und wartete bis man endlich an der Reihe war;) Auch der Bücherausweis damals war toll gestaltet worden, ja es gab noch ein Papierausweis in einer fast selbsteingeschweissten Hülle;) Und nicht heute die ganzen Chipkarten mit den dicken Plastik so sage ich es mal:) Früher gab man sich noch richtig Mühe!! Und die Mehrheit der Kinder las in der großen Pause noch ein Buch in der Bibliothek! Heute starren alle auf ihre I phones wegen der berühmten POKEMON APP!!! Mal ehrlich!? Früher sammelten man Karten, so wie mit den Büchern! Man wollte immer die beste , tollste Karte haben! So war es ja mit den Büchern auch ! .......;)
    >>>> Ich sage nur : "Bilder sagen mehr als Tausend Worte" Zuviel Internet/Handy Input sagt dir zuviel!!! Oft auch viel Falsches. Bücher die Texte , tolle Schriften haben, mit Bildern die du dir immer wieder ansehen kannst ohne das sie sich bewegen, die immer an der selben Stelle sind , sind mehr als Tausend Worte , sie sind die GESCHICHTE selbst, deine Kreativität, deine Vorstellung in deinen Kopf.
    Ich sage nur: Autoren sind wie "Gottesschreiber", sie schreiben etwas für ein besseres Leben, sie schreiben eine Art Weltgeschichte sage ich mal , nämlich dass >wie unserer Leben in der Zukunft aussehen soll< !!" Ja unser Leben wird doch von Worten und Taten entschieden, auch in schriftlichen Formen, aufs Papier, damit man es nicht so schnell vergisst! Auf dem Handy kannst du es immer noch löschen und es kommt nie wieder!!!
    ;) PS : Augustinus Aurelius

    Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
    Heinrich Heine

    Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

  • #2

    Sarah von Fashion-Library (Donnerstag, 25 August 2016 07:50)

    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Da hat sich ja einer mal richtig ausgesprochen und teile das genauso wie du. als wir jung waren, haben wir darüber gelacht, wenn die ältere Generation sagte: früher war manches besser. Aber heute sind wir am Zug dies zu sagen und Bücher sind nunmal besser, wie alles andere! Sie sind ein Anker!